CDU-Kreisverband Worms-Stadt

Wormser CDU Vorsitzende Stephanie Lohr zu Sparkassen-Umwandlungen:

Digitaler Fortschritt ja, aber nicht auf Kosten der Gemeinschaft

Stephanie Lohr: „Die Entscheidung der Rheinhessen Sparkasse, weitere Filialen in SB-Stellen umzuwandeln ist rational und wirtschaftlich nachvollziehbar. Dennoch hinterlässt sie bei den Menschen, insbesondere auf dem Land und in den Wormser Vororten, das Gefühl, zunehmend bei der Versorgung mit Bargeld und  persönlichem Service benachteiligt zu werden.

Stephanie Lohr: asst uns darüber reden, den Menschen die Notwendigkeit und den Nutzen der Digitalisierung besser zu erklären und sie dabei unterstützen, die Möglichkeiten auch anzunehmen. Foto: Kati NowickiStephanie Lohr: asst uns darüber reden, den Menschen die Notwendigkeit und den Nutzen der Digitalisierung besser zu erklären und sie dabei unterstützen, die Möglichkeiten auch anzunehmen. Foto: Kati Nowicki

Die Digitalisierung ist eine riesige Chance und in Zeiten des Fachkräftemangels unausweichlich, aber hat eben auch Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben. „Mal spontan in der Geschäftsstelle vorbeigehen, eine Überweisung tätigen und dabei ein Schwätzchen im Schalterraum zu halten und zu erfahren, was es Neues gibt, gehört auch zu einer funktionierenden Dorfgemeinschaft. Mit der Schließung von Bäckereien, Apotheken und eben auch Bankfilialen fallen diese spontanen Begegnungen immer öfter weg. Das tut insbesondere älteren Menschen, aber auch einer Dorfgemeinschaft in Summe nicht gut. Wir vollziehen hier gerade einen Kulturwandel, dieser muss ganz bewusst erklärt und beworben werden.“

Beim Umgang mit diesem Kulturwandel sieht die Kreisvorsitzende dringenden Nachholbedarf.

„Wenn technische Innovation nicht als Mehrwert empfunden, sondern das Gefühl von Verlust und Benachteiligung hervorruft, dann gefährdet das den Fortschritt. Ich sehe das Risiko, dass die Menschen sich von Politik und Staat nicht mehr vertreten fühlen und sich innerlich verabschieden oder ihrem Unverständnis auf anderem Weg Luft machen. Wenn die Politik diesem Druck einfach nur nachgibt und den Mut verliert, dringend notwendigen Veränderungen zu vollziehen, werden wir international den Anschluss verlieren und gefährden unseren Wohlstand.

Aber was muss passieren? Wir müssen ganz bewusst neue Orte für spontane Begegnungen schaffen. Die Menschen müssen motiviert werden, sich für ihren Ort zu engagieren, damit Veranstaltungen stattfinden und gemeinsame Projekte, die das Wir-Gefühl stärken, angegangen werden. Die Ideen aus den Stadtdörferprogrammen, wie bspw. ein Gemeinschaftsgarten in Leiselheim oder einen Bücherschrank in Wiesoppenheim und Hochheim sowie die Anschaffung von Veranstaltungsequipment für die Dorfgemeinschaft, das alles sind die Projekte, die das Wir-Gefühl stärken.

Mein Appell: Lasst uns darüber reden, den Menschen die Notwendigkeit und den Nutzen der Digitalisierung besser zu erklären und sie dabei unterstützen, die Möglichkeiten auch anzunehmen.

Wir brauchen hier auch die Hilfe von Bund und Land, in Form von Förderprogrammen wie dem Stadtdörferprogramm oder auch dem Programm für die Innenstadt. Leider sind diese Förderprogramme in ihrer Abwicklung gerade so gar nicht innovativ und digital, sondern unfassbar bürokratisch und langsam. Hier muss der Staat endlich besser werden!