Warum nur die Großen?

CDU-Stadtratsfraktion ist tief enttäuscht, dass die Landes-SPD nur die Oberzentren fördern will

24.02.2021, 13:16 Uhr

 Mit großem Bedauern und völligem Unverständnis hat die CDU-Fraktion im Wormser Stadtrat auf die Ankündigung der Landes SPD reagiert, dass man sich auf die Rettung der fünf Oberzentren Mainz, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Koblenz und Trier konzentrieren will.

 „Diese Ankündigung wird der aktuellen Lage in keiner Weise gerecht. Die kleinen und mittleren Städte, die mindestens in gleichem Maße unter den massiven Einschränkungen aufgrund der Corona Pandemie leiden bleiben unberücksichtigt. Das ist aus Wormser Sicht nicht hinnehmbar,“ ist Faktionssprecher Dr. Klaus Karlin fassungslos über diese Mitteilung aus Mainz. 
Zur Rettung der Innenstädte ist nach Vorstellung der CDU ein ganzheitliches Konzept notwendig, das in die Breite geht. Die Vorschläge hierzu liegen vor. Stephanie Lohr, die Wormser Landtagsabgeordnete für Worms, verweist noch einmal ausdrücklich auf ein 8-Punkte-Papier zur Rettung der Innenstädte, das die Christdemokraten in der vergangenen Woche inklusive 20-Millionen-Euro Sofortprogramm vorgestellt haben. „Bereits im zweiten Nachtragshaushalt – also vor fünf Monaten – hatten wir ein ‚Sofortprogramm Attraktive Innenstädte‘ vorgeschlagen und beantragt. Leider hat die Ampel-Koalition das abgelehnt,“ so Lohr gegenüber der Fraktion.
Die Corona bedingten Schließungen belasten auch die Wormser Innenstadt massiv. Viele Innenstadthändler, Gastronomen und Kultur-Akteure haben aufgrund des zweimaligen Lockdowns ihr Eigenkapital weitgehend aufgezehrt und stehen vor dem Aus. Dieses hat weitreichenden Folgen für betriebliche Existenzen und Arbeitsplätze sowie für die Substanz der Wormser City, der durch drohende Schließungen nicht nur wichtige Einnahmen aus der Gewerbesteuer wegzubrechen drohen.
„Eine Rettungsaktion nur für die großen Städte in Rheinland-Pfalz ist auf jeden Fall kontraproduktiv und führt nur zu einer weiteren Abwertung der Mittelzentren wie Worms oder Alzey,“ ist auch der stellvertretende Fraktionssprecher Hans-Peter Weiler wenig begeistert von dem Mainzer Vorgehen. „Hier wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen, und sicher ohne dabei zu berücksichtigen, dass diese fünf Großstädte zufällig von SPD Oberbürgermeistern regiert werden. Dabei sind es gerade die kleineren und mittleren Städte wie Alzey und Worms, die dringend Hilfe von der Landesregierung benötigen – und zwar jetzt,“ fordert Weiler abschließend schnelle Maßnahmen aus Mainz.