Hintergrund
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     WORMS/MAINZ Am 9. Oktober sind es genau 100 Tage, seit die neue Wormser Landtagsabgeordnete der CDU Stephanie Lohr heißt. Mitten in der aktuellen Legislaturperiode, die noch bis 2021 läuft, war die junge Politikerin am 1. Juli eingestiegen, genauer: nachgerückt für den langjährigen Abgeordneten Adolf Kessel, den die Wormser zu ihrem neuen Oberbürgermeister gewählt haben. Für Stephanie Lohr war es also buchstäblich eine Berufung, zumindest ein Ruf, der sie in den Landtag gebracht hat. Inzwischen ist sie dort voll angekommen.

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    CDU und SPD haben vor dem Wormser Lutherdenkmal in feierlichem Rahmen den „Worms-Plan“ unterzeichnet. „Das neue Worms“, wie auch der Titel des 35-Seiten starken Dokuments heißt, soll bürgernäher, kinderfreundlicher und transparenter werden. Der besondere Ort, an dem der Vertrag öffentlich unterschrieben wurde, steht in den Augen der Koalitionäre für Reformation, Umdenken und Überzeugungskraft – Begriffe, die symbolisieren sollen: Es geht um einen Neuanfang.

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    Unter folgendem Link/ im unteren Bereich dieses Beitrags kann der Worms-Plan im Wortlaut heruntergeladen werden.

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09.03.2016
Bürgersorgen ernst genommen
CDU Worms West stößt auf großes Interesse bei Bürgergespräch zum Thema Bebauung Carl-Villinger-Straße / CDU-Vorsitzender Kessel nimmt seitenweise Bürgersorgen auf
WORMS Klare Worte zu einem noch recht unklaren Thema hat es gegeben beim Bürgergespräch, zu dem der CDU Ortsverband Worms-West eingeladen hat. Auch Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion, darunter CDU-Vorsitzender Adolf Kessel und Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin, nahmen die Veranstaltung zum Anlass, um mehr Licht ins Dunkel des viel diskutierten Themas „Bebauung in der Carl-Villinger-Straße“ zu bringen. So viele Interessierte waren in die Gaststätte Poseidon gekommen, dass noch Stuhlreihen angebaut werden mussten.
Adolf Kessel: Wir werden hier nicht rausgehen mit Versprechungen, sondern wir wollen das aufnehmen, was Sie uns mitgeben.
Befürchtungen von Anwohnern gab es gegenüber der Vorgehensweise der Stadt, aber auch der des Oberbürgermeisters. „Wir werden hier nicht rausgehen mit Versprechungen, sondern wir wollen das aufnehmen, was Sie uns mitgeben“, sagte Adolf Kessel, der die Veranstaltung moderierte, und gleich zu Beginn die Wogen etwas glätten konnte. Zwei Stunden später fasste er zusammen: „Ich habe nun drei Seiten mitgeschrieben“, woraufhin er die wichtigsten Punkte, die ihm von Anwohnern zum Teil sehr emotional und eindringlich geschildert worden waren, in aller Kürze Revue passieren ließ. Barbara Wirth, Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Worms West, der eingeladen hatte, übergab zu Beginn das Wort an Kessel und Karlin, weil sie sich als betroffene Anwohnerin zurückhalten wollte. Ausreichend Personal stand von CDU-Seite in jedem Fall zur Verfügung: Mehr als die Hälfte der Stadtratsfraktion der Union war erschienen, darunter auch Annelie Büssow, Jeanine Emans-Heischling, Dr. Jörg Koch, Monika Stellmann, Raimund Sürder und Dr. Klaus Werth. „Wir werden einer Bebauung nicht zustimmen, wenn nicht klipp und klar alle Voraussetzungen erfüllt sind, dass dort vorschriftsgemäß und nachhaltig gebaut werden kann“ – mit dieser Antwort begegnete der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Klaus Karlin, vielen Sorgen und Vorschlägen, die noch auf Stichhaltigkeit und Machbarkeit hin überprüft werden müssen, wie zum Beispiel: Wie steht es um alternative Parkplätze, gerade auch in der Freibadsaison und wenn Wormatia-Spiele sind? Wird die Straße breiter, auf der jetzt schon kaum zwei Autos problemlos aneinander vorbeikommen? Kommt an die Einmündung zur Alzeyer-Straße ein Kreisel? Ist für die Bebauung ein teurer Niveauausgleich nötig? Reichen der städtischen Wohnungsbau die anvisierten 3,5 Millionen? Kann sie unter diesen Bedingungen überhaupt wirtschaftlich bauen? Und – ein ganz großes Thema: Ist der Kanal zusätzlichem Abwasser gewachsen? Wie steht es um die Straßenentwässerung? Können Versickerungsgruben auf den Grundstücken die neue Versiegelung abfangen? „Andernfalls können wir dort bald eine Hausbootsitzung abhalten“, fasste Matthias Matheis seine Kritik zusammen, die er als Vorsitzender der Wormser Narrhalla beinahe im Stil einer Fastnachtsposse zum Besten gab. Viele Anwohner haben bei Starkregen schon Wasser im Keller gehabt – und nicht nur das: „Man muss doch verstehen, dass wir keine Sch… im Keller haben wollen!“, machte eine Anwohnerin ihrem Ärger Luft. Das Misstrauen sitzt offenbar tief, auch gegenüber dem OB: Manche Anwohner nahmen die „Nacht-und-Nebel-Aktion“, in der die Bäumfällungen zur Vorbereitung des Grundstücks vorgenommen wurden, übel. („Da muss man sich doch nicht wundern, wenn Gerüchte entstehen!“). Andere ärgerten sich darüber, dass Entwürfe zu einer Bebauung in Umlauf gekommen sind, die nicht spruchreif und - wie Kessel und Karlin betonten – der CDU-Fraktion nicht bekannt sind. Auch die unterschiedlichen Aussagen des OB – der zunächst in der Carl-Villinger-Straße Sozialwohnungen vorgesehen hat, und davon wieder Abstand genommen hat, kamen schlecht an. „Mit solcher Informationsweise sind auch wir nicht einverstanden“, sagte Dr. Klaus Werth von der CDU-Stadtratsfraktion, der dabei den ganzen „OB-Masterplan“ im Blick hatte, über den jüngst so kurzfristig hätte abgestimmt werden müssen im Stadtrat, dass auch mit Stimmen der Christdemokraten das Thema wieder von der Tagesordnung genommen wurde. „Eine durchgehende Reihenhausbebauung ist schon aufgrund der bekannten Auflagen nicht möglich, denen zufolge Fläche frei bleiben muss für Stellplätze und Versickerungsflächen“, erklärte Kessel und konnte zumindest diese eine Angst jetzt schon nehmen. Hans Peter Weiler, der ebenfalls dem Stadtrat angehört, bei der Versammlung aber nicht anwesend sein konnte, betrachtet das Thema etwas globaler und fasst als stellvertretender Fraktionsvorsitzender zusammen: „Die städtische Wohnungspolitik muss sich am tatsächlichen Bedarf des lokalen Wohnungsmarkts für alle Wormser orientieren. Hierzu muss die Verwaltung nachprüfbare Grundlagen liefern. Diese sind für die CDU Fraktion die Basis einer Zielformulierung für unsere Wohnungsbau – und dies steht im Einklang mit christlichen Werten und einer sozialen Haltung“. Die Vorsitzende des Ortsverbands Worms West, Barbara Wirth, fügt an: „Eine Bebauung sollte sich insgesamt an das angrenzende Wohngebiet anpassen“. Wirth ist wichtig, dass letztlich auch die Kaufkraft für die Innenstadt gestärkt wird.


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